3. Endlich neue Hundefreunde

Heute morgen haben wir wieder mal unser Haus zusammengepackt und sind aufgebrochen. Ich frage mich, wo es jetzt hingeht?  Es schaukelt eine ganze Weile, dann kommen wir zum Stehen. Ich wage einen Blick aus dem Fenster, außer einem Schotterparkplatz und ein paar Bäumen ist nichts zu sehen. Aber Moment – ich höre doch Hunde bellen??

Frauchen bindet sich wie üblich an mir fest bevor wir aussteigen, daran habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Jetzt aber raus hier! Wir gehen ein paar Meter zu einem Tor und da sind sie! Endlich! So viele Hunde und alle auf einem Haufen!! Ich seh schon, die haben alle einen Menschen dabei, der an ihnen festgebunden ist. Da bin ich wohl nicht der einzige mit diesem Schicksal. Egal jetzt aber rein hier, ich muss sofort alle begrüßen, ich freue mich doch so auf neue Hundefreunde!

Endlich geht das Tor auf und ich rase voller Vorfreude los. !BOING! Via Salto fliege ich zurück! Na fein, den fest installierten Bremsklotz, den ich inzwischen überall dabei habe, hatte ich ja völlig vergessen.

So jetzt aber mal ernsthaft liebe Zottelfrau: ICH GEHE ZU DEN ANDEREN HUNDEN UND ZWAR JETZT!!! Das darf echt nicht wahr sein, sie bewegt sich mal wieder nicht. Wieder und wieder nehme ich Anlauf und renne vorwärts. Klappt nicht. Gut, dann muss ich eben andere Geschütze auffahren. Versuche es mit bellen, anspringen, Leine beißen, jaulen und nach einer gefühlten Ewigkeit beginne ich ganze Arien zu heulen! Die anderen Hunde wollen mir helfen, hängen aber ebenfalls an ihren Menschen fest – wo bin ich eigentlich hier gelandet??

Wie bitte? Hat sie mich jetzt auch noch einen Terroristen genannt?
Wer quält denn hier einen armen kleinen Hund dem mittlerweile verzweifelt die Kraftreserven ausgehen? Jetzt lacht sie mit ein paar anderen Menschen über einen „Caruso bin Laden“ – meinen die etwa MICH? Na wartet ihr Banausen, euch zeig ich´s noch!

Ich bin kurz davor mich an den Tierschutz zu wenden als sie dann endlich nachgibt und sich in Bewegung setzt. Wir gehen mit einigen anderen Hunden durch ein weiteres Türchen. Und dann, als ich den Glauben an das Gute im Menschen schon fast verloren hatte, bindet sie endlich diese Leine los. Jippiiiee Freunde ich komme!!

So viele tolle Hunde, wir spielen, toben und schnüffeln eine ganze Weile. JETZT bin ich ein glückliches Hundekind. Die meisten sind ungefähr so alt wie ich, 7-10 Monate und auf ähnlichen Wegen hergekommen. Sie sagen das ist hier eine Hunde-Menschen-Schule, wo die Menschen lernen wie man mit Hunden umgeht und zusammenlebt.

Guter Plan, da sehe ich ja doch noch ein Fünkchen Hoffnung für mich und die Zottelfrau! Mal sehen wie sich das entwickelt, für heute jedenfalls bin ich erst mal glücklich und ko.


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4. In der Hundeschule

 


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