Zeckenabwehr mit natürlichen Mitteln

Zeckenschutz für Hunde

Zecken sind nicht nur ein lästiges Mitbringsel vom Spaziergang, sie können auch schwerwiegende Krankheiten auf den Hund übertragen. Doch wie schützt man den Hund am besten vor Zecken? Es gibt zahlreiche chemische Mittel am Markt, die einen Zecken- und Flohbefall verhindern sollen. Jedoch suchen immer mehr Hundehalter nach natürlichen Alternativen als Zeckenschutz, da die Unbedenklichkeit von Zeckenhalsbändern, Spot-Ons oder gar Tabletten gegen Zecken mittlerweile sehr umstritten ist.

Welche natürlichen Mittel gegen Zecken gibt es?

1. Kokosöl gegen Zecken

Ein oft sehr wirksames Mittel gegen Zecken ist *Kokosöl. Die darin enthaltene Laurinsäure wirkt unattraktiv auf Zecken und andere Parasiten. Das wurde mittlerweile auch in einem Labortest der FU Berlin nachgewiesen. Für einen Schutz der einige Stunden anhält, reibt man den Hund täglich vor dem Spaziergang mit etwas Kokosöl ein. Besonders die Bauchregion, Achseln und der Halsbereich, wo Zecken sich besonders gern anheften, sollten gut eingerieben werden. Oft hilft Kokosöl allerdings nur bei kurzhaarigen Hunden. Bei Rassen mit langem, dichtem Fell ist es oft schwierig, bis zur Haut durchzudringen. Auch bei Menschen lässt sich Kokosöl gut als Zeckenschutzmittel einsetzen. Gutes Kokosöl in Bioqualität bekommt man online bei *Amazon , in jedem Hundeonlineshop oder mittlerweile auch in fast jedem Supermarkt.

2. Bernsteinketten

Foto: Bernsteinhalsband gegen Zecken beim HundSehr beliebt sind inzwischen auch Bernsteinhalsbänder zur Zeckenabwehr. Hier wird empfohlen, unbearbeiteten Rohbernstein zu verwenden. Dieser besitzt einen Harzgeruch, der die Parasiten abschrecken soll. Außerdem sorgt er für eine elektrostatische Aufladung des Fells, wodurch die Zecken ferngehalten werden sollen. Die *Bernsteinkette muss jedoch permanent getragen und sollte schon einige Zeit vor der Zeckensaison angelegt werden. In der Praxis wirkt sie, ähnlich wie Kokosöl, bei manchen Hunden sehr gut und bei anderen gar nicht. Auch das hängt wohl stark mit der Fellbeschaffenheit des Hundes zusammen.

3. Ätherische Öle zur Zeckenabwehr

Es gibt viele Ätherische Öle und Gerüche, die Zecken und Flöhe fernhalten können. Oregano, Wacholder, Thymian, Myrrhe, Rosenholz, Minze, Lavendel oder Teebaumöl sind einige davon. Sie sind oft einzeln oder kombiniert in natürlichen Zeckenabwehrmitteln enthalten, die es als Sprays, Halsbänder oder Spot-Ons zu kaufen gibt.

Das *Zeckenspray von Antiforte ist beispielsweise ein gutes Spray, das mehrere Öle kombiniert und auf rein natürlicher Basis wirkt. Es enthält unter anderem Zitronen-Öl, Geraniol, Eukalyptus-Öl und Teebaumöl und soll laut Kundenbewertungen bei vielen Hunden gut wirken.

Geranoil
Ein Öl, dem Studien mittlerweile eine hohe Wirksamkeit gegen Zecken bestätigen, ist Geranoil. Beim Kontakt von Zecken oder Flöhen soll es deren Chitinpanzer angreifen, wodurch die Parasiten ausgetrocknet werden. Deshalb ist Geranoil ebenfalls in vielen Sprays oder Halsbändern enthalten, oder als Einzelmittel erhältlich. Es wird grundsätzlich gut von Hunden angenommen, da es nur einen leichten Geruch hat. Manche Hunde reagieren jedoch überempfindlich auf Geranoil und bekommen schuppiges, stumpfes Fell.

Citriodiol
Der Wirkstoff Citriodiol stammt aus der Zitronen-Eukalyptus-Pflanze und wird ebenfalls in vielen natürlichen Zeckenabwehrmitteln eingesetzt. Das ätherische Öl wirkt abschreckend auf Zecken und Mücken, das wurde auch in einigen Studien mit Menschen belegt. Zitronen-Eukalyptus riecht allerdings sehr intensiv, manche Hunde sind davon nicht begeistert.

5. Knoblauch und Schwarzkümmelöl

Die Zugabe von Knoblauch oder Schwarzkümmelöl ins Futter soll ebenfalls dafür sorgen, dass der Hund für Zecken uninteressant wird. Bei Knoblauch ist allerdings belegt, dass hohe Mengen giftig für den Hund sind. Schwarzkümmelöl tauchte vor einigen Jahren als neues Wundermittel gegen Zecken auf. Auch hier ist die Gabe ins Futter mittlerweile sehr umstritten. Große Mengen über längere Zeiträume sollen Leberschäden beim Hund verursachen. Echte verlässliche Langzeitstudien darüber gibt es meines Wissens noch nicht, daher lasse ich die Finger davon. Wenn überhaupt würde ich den Hund vor dem Spaziergang mit ein bisschen Schwarzkümmelöl einreiben.

FAZIT

Im Kampf gegen Zecken muss nicht immer gleich zur Chemiekeule gegriffen werden. Es gibt zahlreiche, durchaus wirksame natürliche Mittel. Allerdings wirken sie nicht bei jedem Hund gleich. Gründliches Absuchen nach dem Spaziergang ist natürlich Pflicht, und wohl eine der besten Methoden um den Hund vor Zecken zu schützen. Ein starkes Immunsystem und ein guter Säure-Basenhaushalt des Hundes, tragen ebenso maßgeblich dazu bei, wie attraktiv er für die lästigen Blutsauger ist – oder eben nicht.

Auch die chemiefreien Mittel gegen Zecken sind natürlich nicht frei von Nachteilen. Äußerlicher Schutz hält nur einige Stunden, vor allem wenn der Hund schwimmen war muss wieder nachgelegt werden. Auch bei Sprays oder dergleichen mit Ätherischen Ölen kann es vorkommen, dass ein Hund allergische Reaktionen oder Überempfindlichkeiten zeigt. Viele Öle sind relativ scharf, Augenkontakt sollte generell vermieden werden. Auch wenn es vom Fell abgeschleckt wird, können Schleimhautreizungen oder weitere Reaktionen auftreten.

Ich persönlich komme die letzten Jahre in unserer Gegend sehr gut mit Kokosöl zurecht. Natürlich findet man trotzdem vor allem in feucht-warmen Zeiten die eine oder andere Zecke im Fell krabbelnd. Allerdings wäge ich ab, in welcher Region ich mich befinde und wie gefährlich die Zecken dort sind. Für Auslandsreisen, vor allem in Mittelmeer-Regionen, verwende ich dann doch das Scalibor-Zeckenhalsband. Schon allein wegen der Sandmücke, die in südlichen Ländern stark verbreitet ist und die Leishmaniose überträgt. Das Scalibor-Halsband ist ein chemisches Band, das nicht nur Zecken und Flöhe nahezu 100%ig fernhält sondern auch die Sandmücke und Herzwurmmücken.

Scalibor® Protectorband

Meiner Meinung nach ist das *Scalibor Protectorbandnoch das harmloseste Zeckenband, wenn es ein chemisches sein muss. Es enthält den Wirkstoff Deltamethrin, ein Insektizid aus der Gruppe der Pyrethroide, das erstens abschreckend, zweitens abtötend auf Parasiten wirkt. Deltamethrin ist ein fettlöslicher Stoff, der sich über den Fettfilm auf der Hundehaut verteilt. Eine Resorption über die Haut soll dabei, im Gegensatz zu anderen chemischen Wirkstoffen, nicht stattfinden.

Wirkstoffe in Zeckenbändern
Unbedingt würde ich bei jedem Zeckenband für Hunde und Katzen die Wirkstoffe anschauen. Leider sind immer noch Zeckenbänder und Spot-Ons im Handel erhältlich, die beispielsweise Diazinon enthalten. Diazinon ist ein Insektizid, das zur Schädlingsbekämpfung bei Pflanzen eingesetzt wurde, jedoch wegen seiner enormen toxischen Wirkung für Wirbeltiere seit 2007 in der EU nicht mehr zugelassen ist!

Tabletten gegen Zecken

Ein recht neuer Trend sind Kautabletten gegen Zecken für Hunde und Katzen. Auch wenn deren Schädlichkeit (bis hin zu Todesfällen) noch nicht eindeutig belegt ist, bzw. bestritten wird dass die Reaktionen der Tiere direkt auf die Tabletten zurückzuführen sind, würde ich die Finger davon lassen. Allein die Tatsache, dass die Wirkstoffe über den Magen-Darm-Trakt in den Blutkreislauf gelangen und dort ihre Wirkung entfalten, sollte jeden Tierbesitzer hellhörig werden lassen. Zecken wie Flöhe und andere Parasiten müssen den Hund zuerst beißen oder stechen, um sich anschließend an seinem Blut zu vergiften und abzusterben! Ob solche Produkte wirklich so unbedenklich für Hunde und Katzen sind, wie sie angepriesen werden, darf und sollte wohl durchaus kritisch hinterfragt werden.

 

 

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