13. Giftködertraining

Meine physischen Wunden nach dem feigen Anschlag auf meine Männlichkeit sind inzwischen verheilt (die seelischen noch lange nicht). Jetzt sind wir wieder bei der Hundeschule und es ist ordentlich Action angesagt.

Wir sind inzwischen in die fortgeschrittenen Gruppen aufgestiegen und das Programm wird anspruchsvoller. Ich frage mich zwar schon noch gelegentlich wer die Zottelfrau als „fortgeschritten“ beurteilt hat, aber was solls, wir machen das schon.

Neu dazu gekommen ist das „Giftködertraining“ wie die Menschen es nennen. Vereinfacht gesagt geht es um folgendes Prinzip: Überall liegen Würstchen verteilt, die vorher von den Menschen eigenhändig hingelegt wurden. Scheinbar glauben sie ernsthaft wir Hunde würden das nicht kapieren. Egal, wir spielen das Spiel einfach mit. Wir laufen, manchmal mit Leine manchmal ohne, bis unsere feinen Näschen die Wurst erschnuppern. Dann tun wir Hunde so, als wären wir total überrascht dass hier auf einmal ein Stück Wurst mitten im Weg liegt. Wir fressen die Würstchen aber nicht, sondern schauen brav zu unseren Menschen. Dafür kriegen wir dann von denen eine leckere Belohnung. Noch besser ist es, wenn wir uns vor der Wurst hinsetzen. Je mehr wir trainieren, desto wilder werden die sogenannten „Giftköder“ dann. Inzwischen liegen sie nicht mehr nur am Boden, sondern fliegen auch mal durch die Luft und landen sogar auf meinen Pfoten, während ich einfach nur im Gras liege.

Na ja, ich mache diese Spiele einfach mit. Frauchen freut sich dann total wenn ich die Wiener ignoriere und stopft mich dafür mit Käse voll. Käse finde ich auch in Ordnung. Wie die Menschen drauf kommen, dass Würstchen giftig sind und warum ihnen keiner erklärt hat, dass man mit Essen nicht spielen darf, weiß ich auch nicht….

 


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14. In der Stadt beim Eisessen


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